Gesunde Zähne sind mehr als nur eine Frage des guten Atems.
Mundgeruch beim Hund oder bei der Katze wird häufig einfach hingenommen. Dabei kann er ein Hinweis darauf sein, dass mit Zähnen oder Zahnfleisch etwas nicht stimmt.
Zahnbelag, Zahnstein und Entzündungen entwickeln sich oft schleichend. Und weil unsere Tiere uns Zahnschmerzen leider nicht einfach mitteilen können, bleiben Probleme manchmal lange unbemerkt.
DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK
Schauen Sie Ihrem Tier regelmäßig ins Maul und achten Sie auf Veränderungen. Starker Mundgeruch, gerötetes Zahnfleisch, sichtbarer Zahnstein oder Schwierigkeiten beim Fressen sollten nicht ignoriert werden. Je früher Zahnprobleme erkannt werden, desto besser lassen sie sich in der Regel behandeln.
Zahnprobleme erkennt man nicht immer sofort
Viele Hunde und Katzen fressen trotz Zahnschmerzen erstaunlich lange weiter. Dass der Napf noch leer wird, bedeutet deshalb nicht automatisch, dass im Maul alles in Ordnung ist.
Manchmal sind es kleine Veränderungen, die zuerst auffallen: Das Tier kaut plötzlich bevorzugt auf einer Seite, lässt härteres Futter liegen oder braucht länger beim Fressen. Andere Tiere speicheln stärker oder ziehen sich zurück, wenn man sie am Kopf oder Maul berührt.
Auch deutlich unangenehmer Mundgeruch kann ein Hinweis auf Probleme im Maul sein.
Wie entsteht eigentlich Zahnstein?
Nach dem Fressen bildet sich auf den Zähnen zunächst ein weicher Belag. Wird dieser nicht entfernt, können sich Mineralien einlagern und der Belag verhärtet sich zu Zahnstein.
Dieser lässt sich nicht mehr einfach wegputzen.
Problematisch ist dabei nicht nur der sichtbare Zahnstein. Bakterien können das Zahnfleisch reizen und Entzündungen verursachen. Mit der Zeit kann auch der Zahnhalteapparat betroffen sein.
Deshalb lohnt es sich, Zähne und Zahnfleisch regelmäßig kontrollieren zu lassen.
Woran kann ich Zahnprobleme erkennen?
Achten Sie unter anderem auf:
- auffälligen oder starken Mundgeruch
- gelbliche oder bräunliche Beläge auf den Zähnen
- gerötetes oder blutendes Zahnfleisch
- Schwierigkeiten oder Veränderungen beim Fressen
- ungewöhnlich starkes Speicheln
- Futter, das beim Kauen aus dem Maul fällt
- Berührungsempfindlichkeit im Bereich von Maul oder Kopf
Nicht jedes dieser Anzeichen bedeutet automatisch eine ernsthafte Zahnerkrankung. Auffällige Veränderungen sollten aber abgeklärt werden.
🐾 UNSER PRAXISTIPP
Werfen Sie beim Kuscheln ruhig gelegentlich einen Blick auf die Zähne Ihres Tieres. Besonders die hinteren Zähne werden im Alltag schnell übersehen. So bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie Zähne und Zahnfleisch normalerweise aussehen – und Veränderungen fallen schneller auf.
Kann ich zu Hause etwas für die Zähne tun?
Ja. Die wirksamste mechanische Zahnpflege ist – sofern das Tier es toleriert – regelmäßiges Zähneputzen mit einer für Tiere geeigneten Zahnbürste und Zahnpasta.
Am einfachsten ist es, Tiere langsam daran zu gewöhnen. Gerade bei jungen Hunden und Katzen kann man das Berühren von Lippen, Maul und Zähnen spielerisch trainieren.
Wichtig: Verwenden Sie keine Zahnpasta für Menschen. Inhaltsstoffe, die für uns unproblematisch sind, können für Tiere ungeeignet sein.
Welche zusätzliche Zahnpflege für Ihr Tier sinnvoll ist, besprechen wir gerne mit Ihnen.
Wenn eine Zahnbehandlung notwendig wird
Hat sich bereits deutlicher Zahnstein gebildet oder liegen Erkrankungen an Zähnen oder Zahnfleisch vor, reicht die Zahnpflege zu Hause nicht mehr aus.
Dann sollte das Gebiss tierärztlich untersucht und das weitere Vorgehen individuell festgelegt werden. Ob und welche Behandlung notwendig ist, hängt davon ab, was bei der Untersuchung festgestellt wird.
Ziel ist dabei nicht einfach nur, dass die Zähne wieder schöner aussehen. Entscheidend ist, Erkrankungen und Schmerzen im Maul zu erkennen und entsprechend zu behandeln.
Wann sollten Sie uns anrufen?
Wenn Ihr Tier plötzlich schlechter frisst, Schmerzen beim Kauen zu haben scheint, stark speichelt, aus dem Maul blutet oder Sie einen beschädigten bzw. lockeren Zahn entdecken, sollten Sie sich bei uns melden.
Auch deutlicher Zahnstein oder anhaltend starker Mundgeruch sind gute Gründe, einmal genauer hinzuschauen.
ZÄHNE EINFACH MAL ANSCHAUEN LASSEN?
Wenn Sie unsicher sind, wie es um die Zahngesundheit Ihres Hundes oder Ihrer Katze steht, sprechen Sie uns gerne an. Wir schauen uns Zähne und Zahnfleisch an und besprechen mit Ihnen, ob Handlungsbedarf besteht.
