Wann ist es ein tiermedizinischer Notfall?

Manche Situationen können warten. Andere leider nicht.

Der Hund erbricht, die Katze frisst plötzlich nicht mehr oder nach dem Spaziergang ist eine Pfote verletzt. Für Tierhalter ist es manchmal schwer einzuschätzen: Kann das bis zur nächsten Sprechstunde warten oder braucht mein Tier sofort Hilfe?

Eine allgemeingültige Grenze gibt es nicht. Einige Symptome sollten jedoch immer ernst genommen werden.

DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK

Bei starken Atemproblemen, Bewusstseinsstörungen, schweren Verletzungen, starken Blutungen, Krampfanfällen oder dem Verdacht auf eine Vergiftung sollten Sie nicht bis zum nächsten regulären Termin warten. Kontaktieren Sie möglichst umgehend eine Tierarztpraxis beziehungsweise außerhalb der Sprechzeiten den zuständigen tierärztlichen Notdienst.

Was ist überhaupt ein Notfall?

Von einem tiermedizinischen Notfall sprechen wir insbesondere dann, wenn ohne zeitnahe Behandlung eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder eine Gefahr für das Leben des Tieres drohen kann.

Das ist etwas anderes als eine Erkrankung, die zwar untersucht und behandelt werden sollte, aber bis zur regulären Sprechstunde warten kann.

Für Tierhalter ist diese Unterscheidung verständlicherweise nicht immer einfach.

Bei diesen Anzeichen sollten Sie schnell handeln

Eine zeitnahe tierärztliche Abklärung ist insbesondere wichtig bei:

  • deutlicher Atemnot oder schweren Atemproblemen
  • Bewusstlosigkeit oder starken Bewusstseinsstörungen
  • starken oder nicht zu stoppenden Blutungen
  • schweren Verletzungen oder Unfällen
  • Krampfanfällen
  • Verdacht auf eine Vergiftung
  • plötzlicher starker Schwäche oder einem Zusammenbruch
  • auffällig aufgeblähtem Bauch in Verbindung mit deutlicher Unruhe oder erfolglosem Würgen

Diese Liste kann nicht jede denkbare Situation abdecken. Entscheidend ist immer der Zustand des einzelnen Tieres.

Vorher anrufen

Beschreiben Sie am Telefon möglichst genau, was passiert ist, welche Beschwerden Ihr Tier zeigt und seit wann diese bestehen. So kann die Situation besser eingeschätzt und das weitere Vorgehen besprochen werden.

Außerhalb unserer regulären Sprechzeiten wenden Sie sich bitte an den jeweils zuständigen tierärztlichen Notdienst.

Was sollte ich am Telefon sagen?

Ein paar kurze Informationen helfen bei der Einschätzung:

Wie alt und wie schwer ist Ihr Tier ungefähr? Was genau ist passiert? Seit wann bestehen die Beschwerden? Ist Ihr Tier ansprechbar? Atmet es normal? Gibt es bekannte Erkrankungen oder nimmt es Medikamente?

Bei einer möglichen Vergiftung ist außerdem wichtig zu wissen, was und ungefähr wie viel das Tier aufgenommen haben könnte und wann dies passiert ist. Verpackungen oder Produktinformationen sollten Sie nach Möglichkeit mitbringen.

Bitte nicht selbst experimentieren

Gerade in einer stressigen Situation ist der Wunsch verständlich, dem Tier sofort helfen zu wollen.

Geben Sie jedoch nicht eigenständig Medikamente aus der menschlichen Hausapotheke und lösen Sie bei einem Vergiftungsverdacht nicht ohne tierärztliche Anweisung Erbrechen aus.

Rufen Sie lieber kurz an und besprechen Sie das weitere Vorgehen.

SIE SIND UNSICHER?

Wenn Ihnen der Zustand Ihres Tieres Sorgen macht und Sie nicht einschätzen können, wie dringend die Situation ist, rufen Sie an. Außerhalb unserer Sprechzeiten finden Sie auf unserer Website den aktuell hinterlegten tierärztlichen Notdienst.